Der „Urvogel“ – ein Superstar aus dem Naturpark Altmühltal

Er gilt als das bekannteste Fossil der Welt, hat Darwins Evolutionstheorie wissenschaftlich bestätigt und ist in London und in Berlin ein gern gesehener Dauergast: Der „Urvogel“ Archaeopteryx ist ein echter Star in der Welt der Paläontologie. Gefunden wurden Versteinerungen des Urvogels nur im Naturpark Altmühltal – heute kann man in der Heimat des Archaeopteryx drei der weltweit elf bekannten Originalfunde bewundern.

1860 wurde in Solnhofen ein spektakulärer Fossilien-Fund gemacht: der Abdruck einer Feder aus der Jurazeit – der erste Hinweis auf den „Urvogel“ Archaeopteryx. Bald darauf kamen auch vollständige Fossilien ans Licht, die zeigten, dass der Archaeopteryx sowohl Merkmale der Dinosaurier als auch der modernen Vögel trug: Er ist ein Bindeglied der Evolution. Neben der Feder gibt es weltweit nur zehn weitere Urvogel-Fossilien zu bestaunen: eines davon im Jura-Museum Eichstätt und zwei im Museum Solnhofen.


Das Jura-Museum in Eichstätt hat rund um den Fossilienstar und die Geschichte der Vogelevolution einen ganzen Saal eingerichtet: Der Archaeopteryx-Saal zeigt die Entwicklung von den gefiederten Raubdinosauriern bis zu den modernen Vögeln. Neben dem Original des Archaeopteryx zeigt die Ausstellung auch andere Flugkünstler der Tierwelt: Rekordverdächtig ist zum Beispiel ein Skelettmodell eines kreidezeitlichen Flugsaurierriesen, das mit elf Metern Spannweite gerade eben in den Ausstellungsraum passt.


Das Museum Solnhofen ist stolz, ganz in der Nähe der Fundstellen des Archaeopteryx, den Steinbrüchen rund um Solnhofen, gleich zwei Exemplare des Urvogels präsentieren zu können. Das Museum bietet eine komplette Übersicht zum Solnhofener Plattenkalk, seiner Bedeutung für die Kunst des Steindrucks (Lithografie) und natürlich den Fossilien der Region. Im Mittelpunkt stehen die jurazeitlichen Fossilien rund um die beiden Originale des Urvogels Archaeopteryx, die dem Museum Weltruf eingebracht haben. Die Fossilschau mit den Urvögeln, Flug- und Fischsauriern bietet einen umfassenden Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt einer zu Stein gewordenen subtropischen Insel- und Meereslandschaft.

Denn vor rund 147 Millionen Jahren lag das heutige Altmühltal mitten in einer Lagunenlandschaft. Ammoniten, Raubfische und Krokodile bevölkerten das Jurameer, Dinosaurier durchstreiften das Land, Flugsaurier, Libellen mit zarten Flügeln und die Vorfahren der Vögel beherrschten den Himmel. Wenn sie starben, sanken die Körper dieser Urzeitwesen auf den Meeresgrund, wo der Schlamm sie luftdicht umschloss. Schalen und Knochen versteinerten mit der Zeit. Die Kalkschichten pressten Fische, Saurier und Pflanzen flach zusammen. Als Fossilien kommen die „Ureinwohner“ des Altmühltals Millionen von Jahren später wieder ans Licht. Über 900 verschiedene jurazeitliche Tier- und Pflanzenarten wurden im Naturpark Altmühltal bereits entdeckt.

Mehr Informationen:
Informationszentrum Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1, 85072 Eichstätt, Telefon 08421/9876-0, info@naturpark-altmuehltal.de, www.naturpark-altmuehltal.de/fossilien